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Bewegung tut der Sprache gut!

Veröffentlicht im Februar 2020

Lange war die vorherrschende Meinung: zum lernen muss man stillsitzen. Inzwischen hat die Wissenschaft vielfach nachgewiesen: Wahrnehmung und Bewegung sind die Grundlagen kindlichen Lernens.

Welchen Einfluss haben Wahrnehmung und Bewegung auf die Sprachentwicklung?
Die kindliche Sprachentwicklung ist kein isolierter Prozess, sondern steht in Wechselbeziehung mit anderen Entwicklungsbereichen. Wahrnehmung und Bewegung spielen hier eine besondere Rolle.
Lange bevor ein Kind Worte spricht, nutzt es Bewegung, um sich mitzuteilen. Bereits Säuglinge zeigen durch Mimik und Gestik ihr aktuelles Befinden an. Später werden durch immer ausgefeiltere Bewegungen alle Muskeln des Körpers trainiert und so die Steuerung für komplexe Bewegungsabläufe verbessert. Auch Saug-, Schluck- und Kaubewegungen dienen als Vorbereitung für die Koordination der Sprechbewegungen. Außerdem nutzen Kinder Erfahrungen, die sie durch Bewegungshandlungen gemacht haben, um ihnen eine sprachliche Bedeutung zu geben (z.B. Begriffe wie „langsam-schnell“).
Letztendlich ist Sprechen nichts anderes als eine besonders feine und komplexe Form der Bewegung. Koordiniert durch Sinnestätigkeiten und gesteuert durch die Intelligenz müssen die Muskeln des Mundes so geordnet werden, dass der dabei entstehende Ton ein Wort bildet.
Man geht davon aus, dass zwei Drittel aller sprachauffälligen Kinder motorisch „ungeschickter“ sind als ihre Altersgenossen.

Was können Eltern und Erzieher*innen tun?
Kinder brauchen eine anregungsreiche Umwelt, die zum Ausprobieren und Bewegen einlädt. Vielfältige Sprechanlässe bieten sich im gemeinsamen Entdecken und Spielen. Generell sollte Bewegung mit Spaß verbunden sein. Aktivitäten mit Freunden und Familie machen Lust auf Bewegung. Wie häufig, gilt auch hier: Eltern sind Vorbild ihrer Kinder.

Was bedeuten diese Erkenntnisse für die Sprachtherapie?
Sprachtherapie ist oft die isolierte Beübung der Sprache. Viele therapeutische Materialien sind sehr einseitig ausgelegt. Am Tisch sitzen und Spiele bzw. Blätter abarbeiten ist leider immer noch gelebter Alltag in vielen Logopädiepraxen.
Damit werden die Bedürfnisse der Kinder nur unzureichend berücksichtigt, denn diese haben meist kein Interesse am Sprechen an sich, sondern benutzen Sprache eher als „Mittel zum Zweck“.
Hier bietet es sich an, Sprachübungen in die alltägliche Erlebniswelt des Kindes einzubinden.
Die Bewegung ist eine zusätzliche Chance, um Motivation und Erfolge zu steigern. Denn statt am Endpunkt des komplexen Entwicklungsprozesses – der Sprache – einzugreifen, empfiehlt es sich, eher eine Ebene tiefer anzusetzen und Sprachentwicklung über Bewegung und Wahrnehmung zu initiieren.
Aus diesem Grund hat meine logopädische Praxis einen anderen Weg gewählt:
Neben den klassischen Therapieräumen (mit umfangreichen Möglichkeiten zum freien und Rollenspiel) verfügen wir über einen großen Bewegungsraum mit vielfältigen Angeboten zum klettern, hüpfen, balancieren und erleben.
Alle Mitarbeiter haben außerdem Zusatzqualifikationen in der Wahrnehmungs- und Bewegungsförderung, sodass wir neue Dimensionen in der Logopädie erreichen können.
Die wöchentliche Ungeduld unserer kleinen Patienten, wann es endlich wieder zur Logopädie geht, spricht für sich.

Könnte diese Form der Therapie auch meinem Kind bei seinen Sprachproblemen helfen?
Gemeinsam finden wir es heraus. Rufen Sie uns an! Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.

Herzliche Grüße Maria Beyer